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Dieses Gespräch fand im Sommersemester 2005 in der Cafeteria an der Philosophischen Fakultät II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (beinahe) genau so statt. Wenn ich mich recht errinnere an einem Donnerstag.
Dieses Gespräch fand im Sommersemester 2005 in der Cafeteria an der Philosophischen Fakultät II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (beinahe) genau so statt. Wenn ich mich recht errinnere an einem Donnerstag.
Der Themenabend bei Karokugel
Hauptfilm:Eine erschütternde Dokumentation über aufständisches Rindfleisch:
Soviel dazu. Im Anschluss ein Beitrag zur Entnervung ganzer Landsriche, wozu ihr nur das hier anklicken, möglichst laut aufdrehen und dann möglichst lange ununterbrochen laufen lassen müsst.
Und zu guter Letzt noch ein Beitrag zum Thema Rindvieh…
Dem großartigsten Anwalt zu Ehren, der jemals ein Raumschiff dorthin gesteuert hat, wo noch nie ein Mensch zuvor hingegangen ist. Oder so ähnlich…
Neu: Jetzt auch mit korrekter Orthographie! Und das zum gleichen Preis!!!
Eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen, realen oder fiktiven oder sonstigen Personen, Gegebenheiten, Orten, Gebrauchsgegenständen oder Nahrungsmitteln sind rein zufällig und vermutlich auch nicht beabsichtigt. Wer sich hierin wiedererkennen sollte ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit trotzdem nicht gemeint.
Jan Delay in der taz … war da irgendetwas anderes zu erwarten, als massenweise Bockmist? Eigentlich nicht. Nachdem das Ganze hier schon ausreihend verrissen wurde, hab ich dem kaum noch was hinzu zu fügen. Aber irgendwie bleiben mir dennoch einige Fragen offen. Was genau will der Bauchredner eigentlich mit Ergüssen wie
Das Wort “Terrorist” hat ja nach dem 11. September eine komplette Werteverschiebung erlebt. Heute versteht man unter der Bezeichnung manipulierte Menschen. Die RAF-Leute waren genau das Gegenteil.
mitteilen? Soll man jetzt vor Mitleid mit irgendwelchen Mörderbanden zerfließen, oder doch einfach nur die deutschen Nationalrevolutionäre (vgl. z.B. hier) geil finden? Natürlich
haben (die) alles totdiskutiert. Und humorvoll waren sie gar nicht. Aber Andreas Baader hat gute Klamotten getragen.
Na dann…
Durch technisch erzwungene mehrtägige Internetabstinenz – na ja… schieben wir das mal als Argument vor… – bin ich endlich mal wieder ausgiebig zum Lesen gekommen. Den Stapel verlassen haben:
1. Jedediah Purdy : Das Elend der Ironie
(For common Things. Trust, Irony and Commitment in America today)
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“Klug und treffend analysiert Jedediah Purdy, Jahrgang 1974, ein Phänomen, das heute nicht nur bei der Generation der Amerikaner unter dreißig, sondern in der gesamten westliche Gesellschaft verbreitet ist: Niemand will sich mehr verbindlich äußern, sich festlegen. Desillusioniert vom Heilsversprechen der New Economy und enttäuscht vom dauerhaften Versagen der Politik zieht sich jeder auf eine ironisch distanzierte Haltung zurück. Selbstbewusst bezieht Purdy Stellung, tritt für seine Ideale ein und fordert auf, dies ebenfalls zu tun“ (Umschlagtext)
Purdy analysiert (wahrscheinlich) real existierende gesellschaftliche Missstände, bleibt dabei aber immer auf der Ebene der Symptome, die immer von anderen Symptomen, nicht aber von ihrer Ursache her kritisiert werden. Diese, nicht wirklich erwartete aber trotzdem irgendwie vermisste Radikalität ersetzt er vielmehr gelegentlich durch ein Lob des einfachen Lebens auf dem Lande in der Nestwärme spendenden Dorfgemeinschaft oder aber eine recht unverbindliche Haltung des „seid nett zu einander“, die auch nicht ernsthaft so etwas wie eine Lösung darstellt. Daher Karos Fazit: Nicht uninteressant, aber mit Vorsicht zu genießen.
2. Helga Nowotny: Unersättliche Neugier. Innovation in einer fragilen Zukunft
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„Die Moderne ist durch den Verlust von Gewissheiten geprägt, was sie jedoch nicht hindert, neue zu suchen. Die historisch einmalige Präferenz für das Neue, die mit der modernen Naturwissenschaft institutionalisiert wurde, hat Ungewissheiten mit sch gebracht, die aus dem erweiterten Handlungsraum und den technischen Möglichkeiten resultieren. So endlos das Potential menschlicher Kreativität und der sie antreibenden Neugier scheinen mag, stößt diese dort auf Grenzen, wo das, was wissenschaftlich und technisch machbar ist, als gesellschaftlich unerwünscht gilt. Die wissenschaftliche Neugier soll gezähmt werden, doch gleichzeitig hat die Gesellschaft eine kollektive Wette auf die fragile Zukunft abgeschlossen. Sie lautet: Innovation. Helga Nowotny analysiert prägnant und gut lesbar die sich daraus ergebenden Spannungen und identifiziert die ihnen zugrund liegende Ambivalenz als kulturelle Ressource.“ (Umschlagtext)
Helga Nowotnys Buch hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber manch anderer Lektüre: Man legt es nicht dümmer aus der Hand, als man vorher schon war. Es hat auch einen entscheidenden Nachteil gegenüber manch anderer Lektüre: Wenn man es nach dem Lesen aus der Hand legt, drängt sich die unbefriedigende Frage auf: Und… was soll mir das jetzt? Karos Fazit: Kann man gelesen haben. Muss man aber nicht.
3. Herbert Marcuse: Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft
(One-Dimensional Man. Studies in the Ideology of Advanced Industrial Society)
Sollte eigentlich ein Begriff sein. Falls nicht, ab zum Buchhändler oder Bibliothekar Eures Vertrauens!
4. Samuel P. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert
(The Clash of Civilisations)
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“Samuel P. Huntingtons These vom “Kampf der Kulturen” ist längst zum festen Begriff in der Debatte um die neue, globale Weltordnung geworden. Danach beruhen die zukünftigen Fronten nicht mehr auf politischen, ideologischen oder ökonomischen Gegensätzen, sondern verlaufen zwischen den Weltkulturen“ (Umschlagtext)
Gibt’s eigentlich nicht viel dazu zu sagen, haben ohnehin die Meisten, ob sie’s gelesen haben oder nicht, ihre gefestigte Meinung dazu. Und um festzustellen, dass Huntington nicht wirklich falsch gelegen hat, reicht es eigentlich, gelegentlich mal Nachrichten zu konsumieren. Karos Fazit: Sollte man lesen, so man dies noch nicht hat.
5. Yasushi Innoue: Das Jagdgewehr
(Ryoiju)
„Mit dem Jagdgewehr „auf dem wunderlich einsam wirkenden Rücken des Jägers“, der seinen Weg durchs Gebirge zieht, fängt alles an. Fasziniert von diesem Bild, schreibt ein Dichter das Gedicht Das Jagdgewehr. Der einsame Jäger lest das Gedicht in seiner „Jägerzeitung“, erkennt sich selbst in den Zeilen wieder und schreibt dem Dichter, genauer: Er schickt ihm die Abschiedsbriefe dreier Frauen, die sein Leben bestimmten: seiner Frau, seiner Geliebten und deren Tochter. Aus drei Perspektiven erzählen diese Briefe die Geschichte seines Lebens, die Geschichte einer verbotenen Liebe, die in Wirklichkeit eine Geschichte der Einsamkeit ist. Und sie erklären, warum der Mann mit dem Jagdgeweht so still und einsam seinen Weg geht.“ (Umschlagtext)
Während bei Balzac nachzulesen ist, was man in seiner Beziehung verpasst hat, ohne dass es jemals erreichbar gewesen wäre (so jedenfalls Wolfgang Pohrt), zeigt Innoue in „Das Jagdgewehr“ das exakte Gegenteil: Das, was man jederzeit haben kann, woran man aber rein gar nichts verpasst hat, wenn man es niemals erlebt, nämlich ein Liebesleben, das so in der Konvention erstickt ist, dass am Ende nicht mehr übrig bleibt, als eine Handvoll nebeneinander her existierender Monaden in ihrer kollektiven Einsamkeit. Karos Fazit: Lesenswert.